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Die Corona Pandemie und ihre Folgen – Teil 5

EURICON Newsletter „Nach der Bazooka geht es mit Wumms weiter“

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mitte März haben wir unseren ersten Corona Newsletter auf den Weg gebracht. Seitdem ist viel passiert. Nach Aussage des hessischen Finanzministers wurden im Zeitraum April und Mai alleine 125.000 Soforthilfeanträge bearbeitet und fast 90% der Anträge gewährt. Wir denken, dass dies ein Zeichen der Handlungsfähigkeit unserer so oft gescholtenen Verwaltung ist und die Hilfen in vielen Fällen für eine Absicherung der Liquidität und damit für eine Stabilisierung der unternehmerischen Existenzen gesorgt hat.

Nach einer kurzen Zeit des Durchatmens geht es jetzt mit den Änderungsprozessen weiter. Auf das aktuell verabschiedete Corona Soforthilfegesetz – über dessen Inhalt wir heute berichten – wird kurzfristig die gesetzliche Umsetzung des in den Medien breit kommunizierten Konjunkturpaktes folgen. Zu den steuerlichen Maßnahmen in dem Paket wollen wir heute einen ersten Überblick geben. Sobald ein Gesetzentwurf vorliegt, werden wir noch einmal auf die Einzelmaßnahmen eingehen.

Über die steuerlichen Komponenten hinaus sind auch weitere Überbrückungshilfen im Umfang von maximal 25 Mrd. EURO geplant, die eine Pleitewelle bei kleinen und mitteständischen Unternehmen bis 250 Arbeitnehmer verhindern sollen. Die Hilfen sollen bei maximal 150.000 EUR für den Zeitraum Juni-August 2020 liegen und sich an den Fixkosten des betroffenen Unternehmens in dieser Zeit orientieren. Offensichtlich ist geplant, dass wir als Steuerberater den Bedarf nachweisen sollen. Auch hierzu werden wir Sie auf dem Laufenden halten.
Wichtig ist, dass weder die Kaufprämie für Verbrennungsautos noch die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes auf 24 Monate gekommen sind.

Sollten Sie Fragen haben, bitte melden Sie sich. Ferner verweisen wir auf unseren EURICON-Blog; diesen erreichen Sie unter:  https://euricon.de/blog/?s=Corona

Ihr EURICON Team

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1) Aufschub der Elterngeldmonate
Der Bundesrat hat der Gesetzesinitiative des Bundestags vom 7.5.2020 am 15.5.2020 zugestimmt. Eltern sollen wegen der Corona-Krise keine Nachteile beim Elterngeld erleiden müssen. Es soll rückwirkend zum 1.3.2020 in Kraft treten.

Danach dürfen Eltern, die in systemrelevanten Branchen und Berufen arbeiten, ihre Elterngeldmonate aufschieben. Sie müssen sie also nicht bis zum 14. Lebensmonat des Kindes genommen haben.

Monate mit geringerem Verdienst werden nicht berücksichtigt
Außerdem wird sichergestellt, dass sich die Höhe des Elterngeldes nicht reduziert, wenn Eltern aufgrund der „Corona-Krise“ ein geringeres Einkommen erhalten, sei es durch Freistellung zur Kinderbetreuung, Kurzarbeitergeld oder gar Arbeitslosigkeit. Hierfür wird die Berechnungsgrundlage für das Elterngeld vorübergehend geändert: Monate, in denen der Verdienst wegen der Krise geringer als sonst ausfällt, werden aufgrund eines so genannten Ausklammerungstatbestands nicht mitgerechnet. Normalerweise bestimmt sich die Höhe des Elterngeldes anhand des durchschnittlichen Nettoeinkommens der 12 Monate vor der Geburt.

Lockerungen beim Partnerschaftsbonus
Außerdem gibt es Lockerungen beim Partnerschaftsbonus: Können Mütter und Väter wegen der Krise ihre eigentlichen Arbeitszeiten nicht einhalten, verlieren sie dennoch nicht ihren Anspruch auf den Bonus.

2) Vorübergehende Erhöhung der Verdienstgrenze bei Altersrenten
Für das Jahr 2020 wurde die Verdienstgrenze bei vorgezogenen Altersrenten von 6.300 Euro auf 44.590 Euro angehoben. Rentnerinnen und Rentner können daher bis zu 44.590 Euro im Kalenderjahr zu ihrer Rente hinzuverdienen, ohne dass diese gekürzt wird. Die Erhöhung der Verdienstgrenzen soll Personalengpässen entgegenwirken, die durch die Corona-Pandemie entstanden sind. Ab 2021 gelten wieder die bisherigen Grenzen.

Wichtig: Die Erhöhung der Verdienstgrenzen gilt nicht für Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten.

3) Corona-Steuerhilfegesetz
Nach dem Bundestag hat am 05.06.2020 auch der Bundesrat zahlreichen Steuerhilfen in der Corona-Krise zugestimmt. Hier die Änderungen im Einzelnen:

a) Entlastungen für die Gastronomie
Vom 01.07.2020 bis 30.06.2021 beträgt die Mehrwertsteuer für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen nur 7% statt 19%. Wichtig: Getränke sind von der Steuersenkung ausgenommen. Profitieren sollen auch andere Bereiche wie Catering-Unternehmen, der Lebensmitteleinzelhandel, Bäckereien und Metzgereien, soweit sie mit der Abgabe verzehrfertig zubereiteter Speisen bislang Umsätze zum normalen Umsatzsteuersatz erbracht haben.

Dieser differenzierte Steuersatz wird sicherlich die Preisgestaltung zwischen Speisen und Getränken beeinflussen.

b) Zuschüsse der Arbeitgeber zum Kurzarbeitergeld und zum Saison-Kurzarbeitergeld

Diese werden künftig bis 80% des Unterschiedsbetrages zwischen dem Soll-Entgelt und dem Ist-Entgelt steuerfrei gestellt werden. Damit kann der Arbeitgeber einen Aufstockungsbetrag „brutto für netto“ seinen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen zukommen lassen.

c) Corona Bonus
Die durch die FinVerw. angeordnete Steuerbefreiung für Sonderzuwendungen an Arbeitnehmer auf Grund der Corona-Krise bis zu 1.500 € wird gesetzlich durch einen neuen § 3 Nr. 11a EStG abgesichert.

Dieser steuer- und sozialversicherungsfreie Einmalbetrag, der zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn und bis zum 31.12.2020 ausgezahlt werden muss, kann allen Arbeitnehmern gewährt werden; mithin auch geringfügig und kurzfristig Beschäftigten.

d) Entschädigung für Eltern bei Verdienstausfällen
Darüber hinaus wird der Entschädigungsanspruch von Eltern verlängert, den sie für Verdienstausfälle gelten machen können, die durch die Betreuung ihrer Kinder und den damit verbundenen Arbeitsausfall während der Corona-Pandemie entstehen. Anstelle von sechs Wochen gilt der Anspruch künftig zehn Wochen, für Alleinerziehende 20 Wochen. Zugleich wird der Entschädigungsanspruch auf erwerbstätige Personen erweitert, die hilfebedürftige Menschen mit Behinderung betreuen oder pflegen, weil deren Betreuungseinrichtungen, Werkstätten oder Tagesförderstätten coronabedingt geschlossen sind.

4) Steuerliche Maßnahmen im Konjunkturpaket
a) Umsatzsteuertarif
Befristet wird vom 1.7.2020 bis zum 31.12.2020 der Mehrwertsteuersatz von 19% auf 16% und von 7% auf 5% gesenkt. Hinweise zu dieser Änderung werden wir kurzfristig noch einmal gesondert kommunizieren.

Die Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer wird verschoben auf den 26. des Folgemonats.

b) Steuerlicher Verlustrücktrag
Der steuerliche Verlustrücktrag wird – gesetzlich – für die Jahre 2020 und 2021 auf maximal 5 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro (bei Zusammenveranlagung) erweitert. Eine „modernisierte Corona-Umsetzung“ wird ermöglicht (sog. „Corona-Rücklage“).

Es wird ein Mechanismus eingeführt, wie dieser Verlustrücktrag unmittelbar finanzwirksam schon in der Steuererklärung 2019 nutzbar gemacht werden kann, z.B. über die Bildung einer steuerlichen Corona-Rücklage. Die Auflösung der Rücklage erfolgt spätestens bis zum Ende des Jahres 2022

c) Degressive Abschreibung
Es wird eine degressive Abschreibung für Abnutzung (AfA) mit dem Faktor 2,5 gegenüber der derzeit geltenden AfA und maximal 25 % Prozent pro Jahr für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in den Steuerjahren 2020 und 2021 eingeführt.

d) Körperschaftsteuerliches Optionsmodell
Um die Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen zu verbessern, wird das Körperschaftsteuerrecht modernisiert: u.a. durch ein Optionsmodell zur Körperschaftsteuer für Personengesellschaften und die Anhebung des Ermäßigungsfaktors bei Einkünften aus Gewerbebetrieb auf das Vierfache des Gewerbesteuer-Messbetrags.

e) Kinderbonus
Mit einem einmaligen Kinderbonus von 300 € pro Kind für jedes kindergeldberechtigtes Kind werden die besonders von den Einschränkungen betroffenen Familien unterstützt. Dieser Bonus wird mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag vergleichbar dem Kindergeld verrechnet. Er wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet.

Es ist zu beachten, dass bei höheren Einkommen der Bonus im Rahmen der Veranlagung im Wege der Berücksichtigung des unveränderten Kinderfreibetrags wieder zurück zu zahlen ist.

f) Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
Auf Grund des höheren Betreuungsaufwand gerade für Alleinerziehende in Zeiten von Corona und den damit verursachten Aufwendungen wird befristet auf 2 Jahre der Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende von derzeit 1.908 Euro auf 4.000 Euro für die Jahre 2020 und 2021 angehoben und damit mehr als verdoppelt.

g) Forschungszulagenförderung verbessert
Der Fördersatz der steuerlichen Forschungszulage soll rückwirkend zum 1.1.2020 bis zum 31.12.2025 auf eine Bemessungsgrundlage bis zu 4 Mio. € pro Unternehmen gewährt werden.

h) E-Autobonus
Bei der Besteuerung von rein elektrischen Dienstfahrzeugen unter Anwendung des 0,25 %-Wertes wird die Kaufpreisgrenze von 40.000 € auf 60.000 € erhöht.

AK/06.06.2020

Behandlung von Minijobbern in der Corona-Krise

Von den Auswirkungen durch den Corona-Virus sind auch Minijobber und deren Arbeitgeber betroffen. Für sie gelten teilweise andere Regelungen wie für sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer. Grundsätzlich gilt:

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Ist der Arbeitnehmer nachweislich an dem Corona-Virus erkrankt und dadurch arbeitsunfähig, müssen Arbeitgeber den regelmäßigen Verdienst für den Zeitraum von bis zu 6 Wochen weiter zahlen. Nimmt der Arbeitgeber am U1-Umlageverfahren teil, kann er eine Erstattung im Krankheitsfall des Minijobbers geltend machen.

Ist ein Minijobber nicht selbst erkrankt, jedoch aber unter Quarantäne gestellt, finden die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes Anwendung. Auch hier muss der Arbeitgeber zunächst für den Minijobber den Verdienst für sechs Wochen weiter bezahlen. Er kann jedoch die Erstattung der Kosten bei der zuständigen Gesundheitsbehörde des Bundeslandes beantragen.

Überschreiten der Minijob-Grenze von 450 € im Monat: Überschreitet der Jahresverdienst eines Minijobbers 5.400 €, liegt nicht automatisch eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor. Hierfür gibt es Ausnahmeregelungen.

Ein Minijob bleibt auch dann bestehen, sofern die Verdienstgrenze gelegentlich (nicht mehr als 3 Kalendermonate innerhalb eines Zeitjahres) und die Entgeltgrenze nicht vorhersehbar (nicht im Voraus vereinbart) überschritten werden. Grundsätzlich spielt hier die Höhe des Verdienstes keine Rolle. Aufgrund einer Verlautbarung der Spitzenorganisation der Sozialversicherung vom 30.3.2020 kann ein gelegentliches Überschreiten der Verdienstgrenze bei 450-€-Minijobs für die Monate März bis Oktober 2020 bis zu 5-mal innerhalb eines Zeitjahres erfolgen.

Kurzarbeitergeld: Kurzarbeitergeld wird nur für Arbeitnehmer, die versicherungspflichtig in der Arbeitslosenversicherung sind, gewährt. Minijobber erhalten kein Kurzarbeitergeld, weil sie arbeitslosenversicherungsfrei sind.

Bei Arbeitnehmern, die in ihrer Hauptbeschäftigung in Kurzarbeit gegangen sind und jetzt bei einer anderen Firma einen Minijob neu aufnehmen, wird der Verdienst aus dem neuen Minijob auf das Kurzarbeitergeld angerechnet und dieses entsprechend gekürzt. Wird ein schon vor Beginn der Kurzarbeit in der Hauptbeschäftigung bestehender Minijob fortgesetzt, wird die  Berechnungsgrundlage für das Kurzarbeitergeld nicht um den Verdienst aus dem Minijob gekürzt.

Ausnahme: Wird ein Minijob in einem systemrelevanten Bereich (z. B. im Gesundheitswesen, Apotheke, Landwirtschaft) während der Kurzarbeit aufgenommen, wird der Verdienst nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet, wenn der aus der Hauptbeschäftigung noch gezahlte Verdienst zusammen mit dem Kurzarbeitergeld und dem Verdienst aus dem Minijob das normale Bruttoeinkommen nicht übersteigt.

Regelungen in der Sozialversicherung: Werden Zahlungsschwierigkeiten durch ein sog. unabwendbares Ereignis verursacht, zeigen sich die Einzugsstellen kulant und verzichten auf die üblichen Gebühren für verspätete Beitragszahlungen wie z. B. Stundungszinsen. Säumniszuschläge bzw. Mahngebühren werden auf Antrag erlassen.Betriebsschließung: Auch im Falle einer Betriebsschließung wegen des Corona-Virus bleibt für Minijobber weiterhin ein Anspruch auf Zahlung seines Verdienstes bestehen.

Ausweitung der Arbeitszeitgrenzen für kurzfristige Minijobs in der Corona-Krise

Nachdem es aufgrund der Corona-Pandemie im Bereich der Saisonarbeit, insbesondere in der Landwirtschaft, zu fehlenden Arbeitskräften kommen wird, wurde die Zeitgrenze für kurzfristige Minijobs auf fünf Monate oder 115 Arbeitstage ausgedehnt. Die Anhebung soll für den Zeitraum vom 1.3.2020 bis 31.10.2020 gelten.

Hilfsprogramme zur Bewältigung der Corona-Auswirkungen

Neben den steuerlichen Erleichterungen für die von der Corona-Virus-Epidemie Betroffenen wurden weitere Maßnahmen in die Wege geleitet, die es Unternehmen erleichtern sollen, durch die Krise zu kommen. Dazu gehören:

Kurzarbeitergeld: Für den Erhalt der Arbeitsplätze wurde die Kurzarbeiter-Regelung angepasst. Betroffene Unternehmen können sich Lohnkosten und Sozialabgaben von der Bundesagentur für Arbeit erstatten lassen. Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 % erstattet. Leiharbeitnehmer sind künftig eingeschlossen und es müssen nur 10 % der Beschäftigten von Kurzarbeit betroffen sein, damit die Regelungen greifen.

Liquiditätshilfen durch KfW-Kredite: Zur Ausstattung der durch die Corona-Krise unverschuldet in Finanznöte geratenen Unternehmen mit Finanzmitteln erweiterte die Bundesregierung die bestehenden Programme für Liquiditätshilfen, um den Zugang der Unternehmen zu günstigen Krediten zu erleichtern. Detaillierte Informationen zu den Krediten gibt Ihnen Ihre Hausbank. Einen Überblick finden Sie auf www.kfw.de.

Liquiditätshilfen durch Zuschüsse:  Neben den KfW-Krediten können Kleinstunternehmen, sog. Solo-Selbstständigen und Künstler – unter weiteren Voraussetzungen z. B. bei Existenzbedrohung, Liquiditätsengpass – auf Förderprogramme des Bundes und der einzelnen Bundesländer in Form von Zuschüssen zugreifen. Dabei dürfen die jeweiligen Unternehmen vor März 2020 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen und der Schadenseintritt muss nach dem 11.3.2020 erfolgt sein.

Der – nicht zurückzuzahlende – Zuschuss des Bundes für Betriebe, die bis zu 5 Mitarbeiter beschäftigen, beträgt zunächst 9.000 € bzw. für Betriebe bis zu 10 Mitarbeitern 15.000 € für drei Monate. Eine Bedürftigkeitsprüfung erfolgt nachträglich. Neben den Bundeszuschüssen kann auf Zuschussprogramme aus den jeweiligen Bundesländern in unterschiedlicher Ausprägung zugegriffen werden.

Export: Für die Exportwirtschaft will der Bund mit Garantien (sog. Hermesdeckungen) eine flexible, effektive und umfassende Unterstützung bereitstellen.

Sozialversicherungsbeiträge: Sozialversicherungsbeiträge dürfen – auf Antrag – dann gestundet werden, wenn die sofortige Einziehung mit erheblichen Härten für das Unternehmen verbunden wäre und der Anspruch durch die Stundung nicht gefährdet wird – z. B. bei Zahlungsschwierigkeiten die nicht nur vorübergehend sind.

Corona Pandemie und ihre Folgen

Die Corona Pandemie und ihre Folgen
Wir helfen Ihnen
  Sehr geehrte Damen und Herren ,

alle Menschen sind derzeit zunehmend verunsichert angesichts der dramatischen Bilder in Italien und anderswo. Machen wir uns nichts vor – auch in Deutschland wird es zu einer weiteren, exponentiellen Erhöhung der Fallzahlen kommen und dadurch bedingt werden die Einschränkungen für jeden Einzelnen und natürlich die Betriebe noch einmal deutlich spürbarer.

Entsprechend sind Sie sicherlich bereits dabei, sich auf die zu erwartenden Veränderungen einzurichten. Neben den allgemeinen Hinweisen des Robert Koch Instituts zur Prävention, sollten Sie beispielsweise prüfen, in welchem Umfang Sie Verwaltungstätigkeiten via Home Office erledigen lassen können und ob die technische Infrastruktur dafür ausgelegt ist. Natürlich bestehen insbesondere im produzierenden Gewerbe, im Dienstleistungsbereich und auch im Handel wenig Möglichkeiten, den Nachfrageeinbrüchen und Unterbrechungen in der Lieferkette auszuweichen. Um hier die schlimmsten wirtschaftlichen Folgen abzufedern, hat das Bundeskabinett aktuell Beschlüsse auf den Weg gebracht, die auch für Sie nutzbar sind bzw. sein werden. Im Folgenden wollen wir die aktuell verfügbaren und wichtigsten Punkte zusammenfassen und Impulse für Lösungsansätze geben. Da davon auszugehen ist, dass es hier noch weitere konkrete Mittel und Maßnahmen geben wird, werden wir diese Informationen fortlaufend aktualisieren. Bitte nutzen Sie dazu auch unseren EURICON-Blog; diesen erreichen Sie unter:  
https://euricon.de/blog/


Ihr EURICON Team
  Kurzarbeitergeld (KUG)
Es ist wichtig, dass auch Branchen dieses Mittel aus den Töpfen der Arbeitsagentur nutzen, um Beschäftigung zu sichern und Personalkosten zu reduzieren. Auch Branchen die nicht unmittelbar an Kurzarbeitergeld denken, können diese beantragen; mithin sollten auch Hotel- und Gastronomiebetriebe, Dienstleister und freie Berufe an die frühzeitige Beantragung denken. Der Gesetzgeber hat rückwirkend zum 01.03.2020 die Bedingungen vereinfacht. Jetzt ist es möglich, bereits ab 10% Beschäftigungsrückgang KUG zu beantragen. Neben dem Ausgleich von 60% des Nettolohns übernimmt die Arbeitsagentur auch die anfallenden Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung. Diese Übernahme der AG Anteile führt dazu, dass Sie – soweit Sie keinen Nettolohnausgleich an den Arbeitnehmer zahlen – bei einem durch die Kurzarbeit bedingten Arbeitsausfall von 100%, keinerlei Personalkosten haben!
Ergebnis: KUG hilft Ihnen, die Ausfälle wirtschaftlich abzufedern und sollte zeitnah beantragt werden. Die aus dem Vorjahr bestehenden Resturlaubs- und aktuell vorhandenen Überstundenguthaben müssen vorrangig abgebaut werden.

Fördergelder etc.

Hier ein Kurzüberblick des derzeitigen Angebots für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Hessen:

Kapital für Kleinunternehmen (KfK)
Kleine Unternehmen im Bereich der gewerblichen Wirtschaft (einschließlich gewerblich tätiger Sozialunternehmen) und freiberuflich Tätige mit bis zu 25 Mitarbeitenden und 5 Mio. Euro Jahresumsatz können Darlehen zwischen 25.000 und 150.000 Euro erhalten, die von der Hausbank um mindestens 50% aufgestockt werden. Für dieses Förderdarlehen sind keine banküblichen Sicherheiten notwendig. Nähere Informationen dazu unter: www.wibank.de/kfk Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen (GuW) KMU mit bis zu 250 Mitarbeitern und 50 Mio. Euro Umsatz können aus diesem Förderprogramm über ihre Hausbank Betriebsmittelkredite bis 1 Mio. Euro erhalten. Weitere Informationen sind hier erhältlich:
www.wibank.de/guw

Bürgschaften
Bürgschaften bis 1,25 Mio. Euro mit einer Bürgschaftsquote von bis zu 80 Prozent. Diese bietet die Bürgschaftsbank Hessen in Zusammenarbeit mit dem Land Hessen an. Dazu zählen auch Express-Bürgschaften für Kredite bis zu 300.000 Euro, die mit einer Bürgschaftsquote von 60 Prozent besichert und bei Erfüllung aller Kriterien besonders schnell erteilt werden.
Weitere Infos und Ihren jeweiligen Ansprechpartner finden Sie hier:
www.bb-h.de/kontakt/ 

Landesbürgschaften
Das Land Hessen übernimmt in besonderen Fällen Landesbürgschaften i.d.R. über 1,25 Mio. Euro. In Kooperation mit der Hausbank kann dadurch sowohl die Finanzierung von Investitionen als auch die finanzielle Überbrückung von Liquiditätsengpässen abgesichert werden.
Weitere Informationen dazu unter:
www.wibank.de/landesbuergschaften

Um den Unternehmen das Auffinden der relevanten Förderprodukte zu erleichtern, hat die WI-Bank Hessen alle aktuellen Informationen zur Hilfe für Unternehmen auf der Internetseite https://www.wibank.de/corona zusammengestellt. Die Seite wird fortlaufend aktualisiert.

Steuerliche Sofortmaßnahmen
Wenn es in Unternehmen aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus zu Beeinträchtigungen kommt, stehen auch verschiedene steuerliche Hilfsangebote der Finanzämter zur Verfügung: Herabsetzung von laufenden Vorauszahlungen zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer Gewährung von Stundungen vorübergehender Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen Erlass von Säumniszuschlägen Voraussetzung hierfür ist ein entsprechender Antrag beim Finanzamt, mit dem insbesondere die Betroffenheit vom Coronavirus und das Ausmaß der wirtschaftlichen Schwierigkeiten dargestellt wird.  

Arbeitgeberpflichten/Arbeitnehmerfragen
Auf seiner Website hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) besonders häufig gestellte Fragen zu den Rechten und Pflichten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern angesichts der sich abzeichnenden Auswirkungen des Corona-Virus auf Arbeitsverhältnisse zusammengestellt und gibt dazu Antworten:  https://www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2020/corona-virus-arbeitsrechtliche-auswirkungen.html .
Hier die FAQs:
Habe ich einen Anspruch darauf, von zu Hause aus (im Home Office) zu arbeiten?
Muss ich ins Büro, wenn die Kollegen husten?
Darf der Arbeitgeber Überstunden anordnen, wenn viele Kolleginnen und Kollegen krankheitsbedingt ausfallen?
Habe ich im Fall einer vorübergehenden Betriebsstörung oder -schließung Anspruch auf Entgeltfortzahlung?
Kann ein Unternehmen bei Arbeitsausfällen wegen des Coronavirus Kurzarbeitergeld bekommen?
Was passiert, wenn der Arbeitgeber Kurzarbeit angeordnet hat? Was passiert, wenn mein Kind nicht krank ist, aber die Kita/Schule meines Kindes (länger) geschlossen wird und ich keine andere Betreuung für das Kind habe?
Muss ich Urlaub nehmen?
Was passiert, wenn ich meinen Arbeitsplatz nicht erreichen kann, etwa weil die S- oder U-Bahn nicht fährt?
Was passiert, wenn ich an COVID-19 erkrankt bin?
Habe ich einen Anspruch auf mein Entgelt, wenn sich die behördliche Infektionsschutzmaßnahme gegen mich wendet?Welche Verpflichtungen haben Arbeitgeber zum Schutz der Arbeitnehmer?
Fällt unter die Gefährdungsbeurteilung für seine Mitarbeiter*innen auch der Schutz vor ansteckenden Krankheiten?

Regelungen zum Kurzarbeitergeld bis 2012 verlängert

Die Bundesregierung hat dem Gesetz für bessere Beschäftigungschancen zugestimmt. Betriebe können in diesem Jahr Kurzarbeitergeld bis zu 18 Monate beantragen. Auch wenn ein Unternehmen erst im Dezember 2010 wegen Auftragsverlusten Kurzarbeit anmeldet, kann der Zeitraum dafür bis Mitte 2012 betragen.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) übernimmt dabei einen Teil des Lohnes. In den ersten sechs Monaten trägt die BA die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge – ab dem siebten Monat die kompletten Beiträge. Diese bislang bis Ende 2010 befristete Erstattungssonderregelung wird um 15 Monate verlängert. Sie gilt jetzt bis Ende März 2012.